UNSERE ERSTEN SCHÜLER STELLEN SICH VOR

 

 

In jedem Kwoon gibt es einen sog. "Ersten Schüler" (jap. Sempai). So wird im Verein der Schüler mit der höchsten Graduierung und der meisten Erfahrung bezeichnet.

 

Es liegt in der Natur der Sache, dass der Erste Schüler im Training eine verantwortungsvolle Rolle hat und den Sifu bei seinem Unterricht unterstützt. Wenn der Sifu einmal nicht persönlich das Training leiten kann, übernimmt der Sempai diese Aufgabe. Aus diesem Grund haben wir unsere Ersten Schüler – Frank Theunissen im KWOON Kevelaer und Sven Schmitz im KWOON Weeze - auch in die Rubrik "Lehrer" mit aufgenommen.

 

 

 

FRANK THEUNISSEN

10. Schülergrad (Brauner Gürtel) Kwoon Do

 

Ich wurde am 05.09.1977 in Kevelaer geboren.

 

Mein Interesse für die asiatischen Kampfkünste war schon in jungen Jahren durch das Fernsehen geweckt worden, doch hielt ich mich zur damaligen Zeit für solche Art Aktivität zu dick und zu unsportlich. Mit 15 Jahren hörte ich dann zum ersten Mal etwas über Kwoon Do, da mein Freund Frank Peters dies seit einigen Monaten trainierte. Ich beschloss mir die Sache einmal persönlich anzusehen. Seitdem ist Kwoon Do ein wichtiger Teil meines Lebens.

 

Das Training bei Gisela Ingenwepelt (damals gerade 1. Toan, Schwarzgurt) und ihrem Ersten Schüler Thomas Schmidt-Herzog (damals 9. Grad, Blaugurt) hat mich stark geprägt. Mit wachsender Erfahrung und Bestehen meiner Blaugurt-Prüfung übernahm ich im Laufe der Zeit die Mitverantwortung für die Kwoon Do Gruppe in Weeze (ca. 1995 bis 1997). Auf verschiedensten Kampfsport-Veranstaltungen, wie etwa dem Dortmunder Budolehrgang, lernte ich andere Systeme kennen und sammelte zudem weitere Erfahrungen. Meine Prüfung zum Braungurt Anfang 2001 war leider im ersten Anlauf nicht erfolgreich.

 

Im April des gleichen Jahres begann ich mein BWL-Studium in Münster. Dies hatte den Nebeneffekt, dass das Kwoon Do Training von da an für mich nur noch in der vorlesungsfreien Zeit möglich war. Einerseits bedeutete es für mich eine starke Einschränkung. Andererseits hatte ich durch den Hochschulsport die Gelegenheit unterschiedlichste Kampfsportarten zu trainieren, wie etwa Kendo, Ving Tsun, Boxen (jeweils 2 Semester) und Kali Sikaran (4 Semester).

 

Nach Ende meines Studiums 2006 führte mich mein Weg nach Kevelaer zurück. Ein regelmäßiges Training war wieder möglich und ich begann mit der Vorbereitung zu meiner Braungurt-Prüfung, welche ich zusammen mit meinem Trainingspartner Sven Schmitz im August 2008 ablegte. An dieser Stelle möchte ich mich übrigens für die gute Prüfungsvorbereitung bei Sifu Gisela Ingenwepelt, aber insbesondere auch bei Sifu Frank Peters bedanken.

 

Kwoon Do hat mich bis jetzt die Hälfte meines bisherigen Lebens begleitet. Neben dem Aspekt der Selbstverteidigung und der körperlichen Fitness (weswegen ich überhaupt begonnen habe) hat mich das Training auch, oder vielleicht vor allem, in Hinblick auf meine innere Einstellung und Haltung stark geprägt. Das Training stellt mich immer wieder vor neue Herausforderungen und zwingt mich zur Auseinandersetzung mit mir selbst. So wächst man letztendlich mit seinen Aufgaben und erweitert seine eigenen Grenzen.

 

Allen da draußen, welche sich überlegen mit dem Training (wieder) anzufangen und dies aus dem Grund "das kann ich nicht (mehr)" noch nicht umgesetzt haben, möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:

 

"Die Unmöglichkeiten von heute

sind die Möglichkeiten von morgen

und die Wirklichkeit von übermorgen."

 

 

 

SVEN SCHMITZ

10. Schülergrad (Brauner Gürtel) Kwoon Do

2. Tjoe Shaolin Kempô

 

Ich wurde am 9. Juni 1971 geboren. Als Familienvater kämpfe ich mich mit meiner Frau und meinen zwei Kindern meist optimistisch und gut gelaunt durch das Leben. Mit dem Kwoon Do bin ich aus gesundheitlichen Gründen angefangen.

 

Nachdem bei mir 1998 Rheuma diagnostiziert wurde, habe ich ungefähr 1 Jahr lang mit Schmerzen und krummen Fingern jeden Tag starke Tabletten zu mir genommen. Eine Faust zu machen war nicht drin. Da habe ich den Entschluss gefasst, etwas zu ändern. Weil ich mich schon immer für Kampfkünste interessiert habe, lag es nahe mal zu einem Training beim Kwoon Do in Weeze zu gehen. Bereits nach einigen Trainingseinheiten stand für mich fest, dass ich nicht so schnell wieder abhauen werde. Unter Zwang musste eine Faust gemacht werden. Trotz einiger Schmerzen hat es geklappt und es war, glaube ich, mit ausschlaggebend für die Linderung meiner Rheumaschübe.

 

Ich fing im Mai 1999 als Weissgurt-Neuling an. Jetzt bin ich mittlerweile beim Braungurt angekommen. Der Braungurt ist bei uns die letzte physische Prüfung, danach sollte man alles können, denkt man. Das ist jedoch nicht so. Schon auf dem Weg vom Blaugurt zum Braungurt musste ich feststellen, dass mir immer mehr Fragen durch den Kopf gingen als vorher. Man sagt eben, man lernt nie aus. So ist das bei unserem Training auch. Das Erreichen des Braunen Gürtels ist für mich der Abschluss einer langen Prüfungsvorbereitung, und der Beginn einer neuen Lernphase. Es ist toll zu erfahren, dass man noch lange nicht am Ende seines Könnens steht, da unser Training sehr vielseitig ist und man noch so viel Neues lernen kann. Genauso macht es nach wie vor Spaß den Anderen etwas beizubringen, was in unserer Kampfkunst sehr wichtig ist und zum täglichen Training dazu gehört.

 

Seit ich mit dem Kwoon Do angefangen habe, geht es mir nicht nur körperlich besser. Auch meine innere Haltung und Einstellung hat sich stark geändert. Ich habe mittlerweile nicht mehr so eine große Unruhe in mir wie damals. Dies hilft mir gerade im Umgang mit anderen Menschen, ebenso in meinem Beruf und auch bei meinen anderen Hobbys.

 

Zu meinen weiteren Interessen gehören die Pfadfinder. In Veert bin ich aktiver Gruppenleiter der Pfadfinderstufe, wodurch mir der Umgang mit Kindern und Jugendlichen vertraut ist.

 

 

 

Sven Schmitz (li.) und Frank Theunissen nach bestandener Prüfung